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18.06.2013, 09:19 Uhr | Frankfurter Neue Presse Übersicht | Drucken
Neue Route für die Regionaltangente

Die Regionaltangente West (RTW) soll das Frankfurter Umland durch öffentlichen Nahverkehr mit dem Flughafen verbinden - ohne Umweg über die Innenstadt. Über welche Route das Nordwestzentrum an die Strecke angebunden wird, ist bislang noch unklar. In der CDU-Fraktion des Ortsbeirats 8 (Heddernheim, Niederursel und Nordweststadt) regt sich deswegen Unmut.


Frankfurt- Niederursel - Es ist ein Großbauprojekt sondergleichen: Für etwa 500 Millionen Euro soll eine Nahverkehrsstrecke gebaut werden, die in Friedrichsdorf startet, Frankfurt westlich umfährt und so zum Flughafen oder nach Neu-Isenburg führt - ohne Umweg über die Innenstadt. Die Route verspricht Zeitersparnis der Reisenden, leichtere Erreichbarkeit des Umlands und eine Schonung des innerstädtischen Nahverkehrs. Die meisten beteiligten Kommunen befürworten dieses Projekt, welches schon seit vielen Jahren diskutiert und geplant wird. Manche hingegen beäugen es weiterhin kritisch, und zwar nicht zuletzt, weil die konkrete Streckenführung noch nicht offiziell ist.

Im Falle der Nordweststadt sowie angrenzender Stadtteile wie Praunheim und Niederursel stellt sich die Frage nach der Streckenführung ganz besonders, denn es bleibt das erklärte Ziel der Planer, das Nordwestzentrum an die RTW anzubinden. Bis vor einer Weile wurde eine direkte Verbindung zwischen der Praunheimer Heerstraße und dem Nordwestzentrum favorisiert. Wie aber Rolf Valussi, Geschäftsführer der RTW Planungsgesellschaft, bestätigt, wird momentan der Bau einer anderen Strecke geprüft: Vom Praunheimer Norden soll entlang der Autobahn 5 bis nach Niederursel gefahren werden, um dort auf Höhe der Urselbachtalbrücke auf die Stadtbahnlinie der jetzigen U3, U8 und U9 umzusetzen. Das Nordwestzentrum wäre so über bereits bestehende Linien angebunden, doch verlängern sich auf diese Weise die Fahrzeiten, anstatt sich zu verkürzen.

In der CDU-Fraktion des Ortsbeirats 8 regt sich deswegen Unmut. Man befürchtet einen Nutzen "gegen null" für die Nordweststadt, wie aus einer offiziellen Magistratsanfrage hervorgeht, die den Status quo des Projekts erfragt und in der kommenden Sitzung verabschiedet werden soll. Neben den längeren Fahrzeiten sorgt sich die CDU nämlich auch um Landwirtschafts- und Naherholungsflächen sowie um die Nerven der Anwohner. Die Niederurseler etwa haben bereits drei U-Bahn-Linien vor ihrer Tür und sind "sehr sensibel" hinsichtlich dieses Themas, wie Ortsvorsteher Klaus Nattrodt weiß. Eine weitere Bahnlinie bedeute nämlich auch mehr Züge, sagt er. Davon abgesehen weist Nattrodt auf die Kosten für "enorme Brückenbauwerke" hin, zum Beispiel um über den Urselbach zu gelangen. Da noch weitere Schwierigkeiten denkbar sind, fasst Nattrodt zusammen: "Ich sehe Probleme der Durchsetzbarkeit."

Rolf Valussi sagt indessen, dass es noch zwei Monate dauern werde, bis die Teilstreckenprüfung abgeschlossen sei. Für Bedenken hat er jedoch größtes Verständnis: "Wir leben in einer Demokratie. Derartige Projekte wollen gut überlegt sein", sagt er. Die Prüfung finde in enger Abstimmung mit der Stadt, dem Umweltamt und der Verkehrsgesellschaft (VGF) statt. Bürger und Betroffene würden spätestens im Prozess der Planfeststellung angehört, welcher für 2014 angepeilt sei. Seiner bisherigen Erfahrung zufolge zeige sich jedoch eines: "Alle wollen das Projekt", sagt Valussi.

Das Verhältnis zu den betroffenen Ortsbeiräten beschreibt der Chef-Planer derweil als "unglaublich positiv". Er sei sehr dankbar, dass sie die RTW bislang immer unterstützt hätten - auch als die Finanzierung zu kippen drohte. Bis Ende 2013 ist diese nun gesichert, und darüber hinaus "gibt es die Perspektive, dass das Geld weiter fließt", erläutert Valussi. 2019 läuft zwar die derzeit geltende Regelung für Bundeszuschüsse zu großen Verkehrsprojekten aus - und das Projekt ist auf solche Gelder angewiesen - doch weist Valussi auf eine Bundesratsinitiative hin, die schon jetzt dafür eintritt, Gelder in Höhe von momentan 332 Millionen Euro auch weiterhin auszuschütten.


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