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13.05.2013, 04:16 Uhr | Übersicht | Drucken
Ortsumfahrung in der Kritik
Mobil gegen Ortsumfahrung

200 Bürger gehen auf die Straße und protestieren gegen die Pläne der Stadt für die Nordweststadt.
Die Ortsumfahrung Praunheim wird seit Jahrzehnten gefordert, um den Ortskern zu entlasten. Nun soll der erste Abschnitt gebaut werden, aber wegen des neuen Gewerbegebiets oberhalb der Heerstraße wäre die Verkehrsberuhigung kaum zu spüren. Zudem führt die Trasse der geplanten Straße durch ein Landschaftsschutzgebiet, was die Grünen aus dem Ortsbeirat 8 (Heddernheim, Niederursel, Nordweststadt) zum Protest veranlasst hat.


Unter gebastelten Stoppschildern und Protestplakaten steht Björn Bäuchle von den Grünen im Ortsbeirat 8 und ist wütend: „Die Straße kann gar keine Ortsumfahrung mehr sein, sondern nur noch ein Zubringer zum neuen Gewerbegebiet“, beschwert er sich. Mit der geplanten Umfahrungsstraße werde der Verkehr lediglich aus Praunheim in die Nordweststadt verlagert. „Das wäre so etwas wie gegenseitiger Kannibalismus und kann doch nicht die Lösung sein.“ Deswegen hat er mit seiner Fraktion zum Protest aufgerufen. Gerade haben er und Yvonne Gondolf (Grüne) ein Banner aufgehängt auf dem steht: „Grün statt Umfahrung“, womit auf das Landschaftsschutzgebiet Steinbach hingewiesen werden soll. „Wir sind von Anfang an gegen diese Umfahrung gewesen“, sagt Gondolf. Einmal wegen des Steinbachs, aber auch weil damit der ganze Verkehr mitten durch das Wohngebiet geleitet werde.
Gegenüber der Europäischen Schule stößt die Trasse auf den Praunheimer Weg. Genau hier haben Bäuchle und Gondolf ihren Infostand aufgebaut und zur Demonstration aufgefordert. Etwa 200 Anwohner sind gekommen, es gibt Kuchen, Getränke, Infobroschüren und eine Unterschriftenliste. Gertraud Schnaas (78) hat sich eingetragen. „Ich wohne hier seit 40 Jahren und habe die ganze Sache miterlebt“, sagt sie. Die Pläne der Stadt seien eine „Unverschämtheit“. Hinter ihr hängt ein Plakat, auf dem steht: „Stadt plant Stau in der Rush Hour“, verbunden mit dem Hinweis auf die unsinnigen Aktionen der berüchtigten Schildbürger. „Ich kann die Entscheidungen der Stadt einfach nicht nachvollziehen“, sagt Schnaas. Man habe auf der Trasse die Ernst- Reuter-Schule 2 in Leichtbauweise gebaut, um sie abtransportieren zu können, wenn die Straße komme. „Dann haben die die Europäische Schule massiv aufgebaut, mitten auf der Trasse, wie kann man so etwas entscheiden?“, fragt die empörte Rentnerin. Die Antwort: Wenn man als grüne Schuldezernentin (Jutta Ebeling) gegen die Ortsumfahrung ist und so Tatsachen schafft. Mittlerweile haben die Grünen im Römer ja eine andere Meinung, der Bau des ersten Abschnitts ist im Koalitionsvertrag mit der CDU verankert
Die ehemalige Stadtverordnete Helga Dörrhöfer (Grüne) hat die Demonstration angemeldet und bestätigt die Befürchtung der Anwohnerin: „Die jüngste Verkehrszählung hat gezeigt, dass die Umfahrung fast keine Entlastung bringen wird.“ Stattdessen werde die Straße als Zubringer für das neue Gewerbegebiet funktionieren. „Dazu kommt noch, dass viele hier eine Abkürzung finden werden, wenn die Autobahn wieder voll ist.“
Nach kurzer Zeit reicht der Bürgersteig nicht mehr aus, um alle Gegner der Umfahrung zu fassen, die Veranstaltung breitet sich auf die Straße aus. Polizeikommissar Schönecker bleibt aber entspannt. „Hier ist alles friedlich und ruhig, erst wenn etwa 1000 Leute da sind, müssen wir daran denken, den Verkehr umzuleiten.
Dazu kommt es nicht, aber die Empörung ist trotzdem zu spüren. Zu der Protestaktion ist auch die Vorsitzende des Stadtbezirksverbands der CDU in der Nordweststadt, Christiane Schubring, gekommen. „Wir sehen das hier nicht als Protest, sondern sind hier, um die Bürger über das Problem zu informieren“, sagt sie und gibt sich gelassen. Allerdings stehe man hier „vor einem Dilemma. Die Zahlen sind deutlich.“ Die Verkehrszählung des
Referats für Mobilitäts- und Verkehrsplanung zeige, dass „hier momentan 7550 Autos fahren. Nach dem Bau dieses ersten Abschnitts wären es 7500, also so gut wie keine Entlastung.“ Wenn der zweite Abschnitt käme, „würden nur noch 3050 Autos vorbeikommen.
Daher sei die CDU im Ortsbeirat auch nur mit der Ortsumfahrung einverstanden, wenn die Stadt Perspektiven für den zweiten Bauschnitt aufzeigen würde. Schubring, die auch in der Stadtverordnetenversammlung sitzt und somit eine Doppelrolle einnimmt, weiß aber, dass das kaum möglich ist. „Der zweite Abschnitt könnte nur gebaut werden, wenn die Europäische Schule abgerissen würde.“ Oder wenn man die Straße in einem Tunnel darunter durch leiten würde. „Der Abriss der Schule steht in keinster Weise zur Debatte.“ Und der Tunnel sei mit Kosten zwischen 55 und 65 Million „absolut nicht darstellbar.“ Tatsächlich ein ein Dilemma.


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